Am Montagnachmittag bekam ich leichte Ohrenschmerzen, die sich dann am Dienstag verschlimmerten. So bekam ich von einer Leherkollegin die Telefonnummer einer ENT-Clinic in OSU. Als ich am Mittwochmorgen dort anrief, teilte man mir mit, dass der Doktor nach Cote d' Ivoire umgezogen ist. So begleitete mich die Hortleiterin Renate zur Mission Clinic. Als wir dort erschienen, hatte es einige Patienten im Wartezimmer. Der Arzt war gerade am Beten und Singen mit den Patienten. Die Sprechstundenhilfe bat uns Platz zu nehmen. Nach einigem Hin und Her und Warten erfuhren wir dann, dass der Ohrenspezialist heute nicht kommen würde. So fuhr ich alleine mit dem Taxi in eine andere Richtung ins Military Hospitel 37'. Als ich dort ankam, war ich doch etwas verloren, da die ganze Spitalanlage riesengross war. Leider entdeckte ich keinen offiziellen Empfangsbereich. Die Menschen waren hier sehr freundlich und hilfsbereit, doch schickten sie mich jeweils in verschiedene Richtungen. Als ich dann die ENT-Clinic fand, war das grosse Wartenzimmer sehr voll. Das Empfangspersonal teilte mir dann mit, dass ich am Freitagmorgen um halb 7 Uhr wiederkommen könne, um mir einen Termin für 8 oder 9 Uhr geben zu lassen. (Der Mittwoch war bereits ausgebucht und am Donnerstag arbeiteten sie nicht).
Mit dem Taxi fuhr ich zurück nach Hause.
Manchmal ist das Leben hier nicht ganz so einfach wie in Europa!
Alle waren sehr nett und besorgt, doch jeder riet mir irgendwo anders hinzugehen und ich erfuhr einige Schauermärchen.
So rief ich dann die West African Rescue (WARA) an. Monatlich bezahlen wir hier einen Mitgliederbeitrag und es ist etwas Ähnliches wie die REGA. Als sie mir einen Termin um 16 Uhr bei ihnen gaben, war ich dann sehr überrascht, da ich nicht wusste, dass man da auch ohne Notfall hingehen kann.
Sehr freundlich wurde ich empfangen. Die Wartezeit wurde mir dann mit einer Cola verkürzt. Der Arzt war sehr nett, stellte Fragen und untersuchte mich gut. Er teilte mir mit, dass ich eine Mittelohrenentzündung hatte. Der Untersuch kostete 40 Cedis, plus 5 Cedis für die Schmerzmittel. Das Taxi stoppte auf dem Nachhauseweg bei einer Apotheke, wo ich für 15 Cedis das Antibiotika (natürlich gegen Rezept) bekam. Nächsten Donnerstag geht es zur Nachkontrolle nochmals hin.
Nach wirren Träumen konnte ich mich dann am Donnerstagmorgen kaum auf den Beinen halten. Das Antibiotika hatte mir etwas zugesetzt. Christoph übernahm meinen Unterricht. So schlief ich fast den ganzen Tag. Neben Christoph war auch Elisabeth sehr hilfsbereit, kümmerte sich rührend um mich und kochte mir eine scharfe Tomaten-Pepe-Suppe um das Gift der Antibiotika aus meinem Körper zu ziehen.
Heute morgen ging es mir besser, doch sind die Schmerzen noch nicht ganz verschwunden. So unterrichteten Christoph und ich heute morgen im Teamteaching (obwohl Christoph seit gestern Mittag Wochenende hätte).
Dieses Wochenende werde ich mich nun noch etwas erholen.
Geniesst den Schnee zu Hause auch für uns!
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