Freitag, 12. September 2008

Tanyas freier Mittwoch, 10.09.08






Um Viertel nach 6 beginnt das African Dance bei einem einheimischen Lehrer. Gemeinsam mit drei Lehrerkolleginnen und der Sekretärin Ina bewege ich mich zur Musik und komme ins Schwitzen. Zurzeit ist das fast meine einzige sportliche Betätigung. Anja, die deutsche Lehrerin, macht sich danach in unserem Gästebad frisch und wir geniessen ihre mitgebrachten Laugenbrötchen vom „Schwyzerhüsli“ sowie leckere Papaya. Elisabeth kümmert sich um den Abwasch und putzt unser Haus gründlich.
Mit Samson, dem Fahrer der Schule, fahre ich durch die Stadt, um in einem Forex Bureau Euro in Cedis zu wechseln. Glücklicherweise steigt der Kurs wieder etwas an. Wir holen Elisabeth bei uns zu Hause ab und fahren zur Main Post Office. Samson muss dort ein Paket für die Schule abholen. Briefträger gibt es hier keine, dafür unendlich viele Postfächer. Das Paket ist aus Deutschland. Nach der ganzen Ausweisgeschichte öffnet Samson das Paket mit einem grossen Messer vor den Augen der Zollinspektorin. Sie begutachtet das Playmobil-Schiff sehr kritisch. Natürlich müssen noch Zollgebühren bezahlt werden, bevor wir das Playmobil-Schiff für Julius, den 4 jährigen Sohn von Anja (deutsche Entsandte) mitnehmen dürfen.
Rund ums Postgebäude wird auf kleinen Tischen alles verkauft, was zum Thema Post gehört. Ich erstehe mir ein paar verstaubte Ansichtskarten von Accra. Danach geht’s zu Fuss weiter auf den Makola Market, den grössten Markt Accra. Samson verabschiedet sich und zusammen mit Elisabeth gehe ich auf die Suche nach Batik-Stoffen. Die Auswahl ist so gross, dass ich mich nicht gleich entscheiden kann. Welche Farbe eignet sich besonders gut für eine Obruni? Man kauft hier auch nicht gleich am ersten Stand ein, sondern geht zu mehreren Ständen vergleicht und sucht nach guter Qualität. Der Stoff wird in Yards verkauft und kostet zwischen 3 und 5 Franken pro Yard. Nach dem Stoffkauf schlendern wir weiter. In einem „Schmuckgeschäft“ kaufe ich mir meine erste Beadskette mit Armband.
Nach dem Kauf von Babypuder, um die gestrigen Fettflecken an meinen Hosen loszuwerden, kaufen wir noch Esswaren ein: Yam, verschiedene Nüsse, irgendwelche Blätter, rotes Öl, Kürbis, getrockneten Fisch (erst beim letzten Marktbesuch mit Christoph dachten wir, dass wir diesen Fisch nicht essen werden), Oats, Kondensmilch, Ananas, Wassermelonen, …Man findet hier einfach alles und sogar viele Sachen, die man sich gar nicht vorstellen kann, wie zum Beispiel Kuhfüsse, Eingeweide,…
Es hat hier überall, so tolle Fotosujets, doch oft haben es die Menschen nicht so gerne, wenn man sie fotografiert. Mein bestes Objekt heute ist, eine schlafende Marktfrau, die neben ihren Riesenschnecken liegt und eine Riesenschnecke kriecht ihr langsam über das Gesicht.
Doch etwas müde kehren wir mit dem Taxi nach Hause zurück. Wir kommen erst um halb eins nach Hause, so dass Christoph das Mittagessen kochen muss. Es war ein toller Morgen und ich freue mich bereits auf den nächsten Mittwochvormittag auf dem Malam Atta Market!

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